#ArtForImpact

Indigene Völker

Im Rahmen der Ausstellungsreihe "Art for Impact" zeigt die Intalcon Foundation Arbeiten des deutschen Fotografen Markus Mauthe zum Thema „Indigene Völker“.

Markus Mauthe hat sich auf die Suche nach den letzten indigenen Völker der Welt gemacht.  Drei Jahre lang war er in den unterschiedlichsten Ländern der Erde unterwegs. In Westpapua, Namibia, Myanmar, Brasilien, Russland oder Äthiopien. Stets auf der Suche nach Menschen aus kleinen, ursprünglich fernab der Zivilisation lebenden Volksgruppen, denen die Zivilisation zunehmend nahe rückt - und damit deren Leben für immer verändert.

Die Weißen können unser Haus nicht zerstören, denn wenn sie es tun, wird es für die ganze Welt nicht gut ausgehen.
Davi KopenaWa.
Träger des alternativen Nobelpreises

Hüter der vielfalt

Der Verlust von Biodiversität wird ähnlich katastrophale Folgen haben, wie der Klimawandel – warnte der Präsident des Weltbiodiversitätsrats der UNO (IPBES) Robert Watson. Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Keine Insekten bedeutet keine Bestäubung. Keine Bestäubung bedeutet keine Nahrung. Eine Kettenreaktion, die am Ende auch das letzte Glied der Kette trifft – uns alle. Umso wichtiger sind das Verständnis und der Respekt vor der indigenen Bevölkerung.

Indianer im Amazonas sind die Hüter des Waldes. Ihre Art der Kultivierung von Nutzpflanzen beispielsweise trägt dazu bei, die natürliche Vielfalt zu mehren. Wissenschaftliche Ergebnisse zeigen, dass in der Umgebung ihre Siedlungen mehr Pflanzen und auch mehr Pflanzenarten wachsen als in den unbewohnten Teilen. Die Aluku aus Französisch-Guyana unterscheiden 90 Varianten von Maniok und ihre Nachbarn, die Wayana, kultivieren 28 Arten und 129 Sorten. Diese Vielfalt – statt Monokultur – trägt zum Schutz unseres eigenen (Über-) Lebens bei.

Fakten zu indigenen Völkern

  • Laut den Vereinten Nationen werden weltweit rund 370 Millionen Menschen indigenen Bevölkerungsgruppen zugerechnet
  • Weltweit gibt es ca. 5.000 dieser Bevölkerungsgruppen
  • Das Wissen Indigener über Nahrungs- und Heilpflanzen unterstützt die Medizinherstellung
  • 80 Prozent der Artenvielfalt weltweit findet man in den Lebensräumen indigener Bevölkerungsgruppen
  • Indigene leben auf ca. 25% der Landfläche unserer Erde. Darunter besonders intakte und biodiverse Ökosysteme
  • Über 90 Prozent der indigenen Gebiete sind in einem guten Zustand

In Harmonie mit der Natur zu leben ist die erklärte Vision der Vereinten Nationen. Zielvorgaben sollen dabei helfen, bis 2030 zehn Meilensteine zu erreichen, um damit den Erhalt und Schutz von mindestens 30 Prozent des Landes und der Ozeane der Erde zu fördern (siehe „Global Biodiversity Framework“ unter „Weiters Wissen“ unten).

Über Markus Mauthe

Markus wuchs am Bodensee in einer Fotografenfamilie auf. Er ist Jahrgang 1969. Mit 17 war er das erste Mal in Afrika. Mit 20 durchquerte er Neuseeland mit dem Mountainbike. Als ausgebildeter Industrie- und Werbefotograf machte er sich schon 1991 selbstständig. 20 Jahre arbeitete er für Greenpeace und hält jährlich bis zu 120 Vorträge.

Inzwischen hat er über 80 Länder zum Teil mehrfach bereist und dort fotografiert. Für sein Projekt „Lost – An den Rändern der Welt“, dessen Ergebnisse hier nur zu einem kleinen Teil zu sehen sind, hat er drei Jahre auf 13 Reisen 22 indigene Völker in entlegenen Regionen besucht und porträtiert.

Hinweis: Die auf dieser Seite verwendeten Texte sind zum Teil dem Buch "Lost - An den Rändern der Welt" entnommen und unterliegen einem Urheberschutz. Copyright © 2018 Markus Mauthe/Florens Eckert, Knesebeck Verlag.

Wer mit offenen Augen die Welt bereist, dem können die Probleme nicht entgehen, und wer mit dem Herzen unterwegs ist, dem können sie nicht egal sein.
Markus Mauthe

Markus ist Gründer der AMAP (Almada Mata Atlântica Projekt), einer gemeinnützigen Naturschutzorganisation, die sich für den Erhalt und die Ausweitung des bereits stark fragmentierten Mata-Atlântica-Regenwaldes an der Ostküste Brasiliens einsetzt. Brasilien ist seine zweite Heimat. Dort betreibt er mit seiner Frau und den zwei Kindern auf 400 Hektar eine Bio-Kakaofarm. Und wer ihn persönlich treffen will, dem sei dort das über 160 Jahre alte, im Kolonialstil original erhaltenes Gästehaus empfohlen. Zu sehen auf:
https://www.markus-mauthe.de/

Weiteres Wissen

An den Rändern der Welt.

„Der Film zeigt, wie sich die Zivilisation einen Weg gebahnt hat in die hintersten Ecken dieser Welt. Er wirft komplexe Fragen auf und gibt nicht vor, selbst die Antworten zu kennen.“ (Badische Zeitung).

„Eine ruhig vorgetragene Lektion in Sachen Nachhaltigkeit, die dem Zuschauer bewusst macht, dass mit dem Verlust dieser Volksstämme auch unschätzbar kostbares Wissen verloren geht.“ (Weser-Kurier)

Globaler Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES 2019

Diese globale Bewertung der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen Dienstleistungen wurde von etwa 150 ausgewählten Experten aus allen Regionen der Welt, darunter 16 Nachwuchswissenschaftler, die von 350 Autoren unterstützt wurden. Mehr als 15.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie ein umfangreiches indigenes und lokales Wissen wurde analysiert.

Global Biodiversity Framework der Vereinten Nationen

Bis zum Jahr 2030 sollen weltweit Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz der Natur und ihrer wesentlichen Dienste für den Menschen ergriffen werden.

Warum #ARTFORIMPACT

Unter dem Titel „Art for Impact“ stellt die Intalcon Foundation ambitionierten, bildenden Künstler:innen seine Webseite als Plattform für Ausstellungen zur Verfügung. Gerade in Zeiten der Pandemie bleiben zu viele Türen für die Kultur verschlossen. Hier möchte die Foundation zum einen unterstützend wirken und gleichzeitig die Kunst als ein probates Mittel und Ausdrucksform für umwelt- und sozialkritische Botschaften einsetzen. Aus diesem Grunde haben die von der Intalcon Foundation ausgewählten Künstler:innen stets einen Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Sie nutzen die Sprache der Kunst, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und um zum Nachdenken anzuregen.

Frühere Artists

Dr. Yi Sun: Die Narben der Erde

Die Luftaufnahmen des chinesischen Künstlers und Wissenschaftlers Dr. Yi Sun setzen mit einer atemberaubende Motivauswahl die Schönheit der Natur in Szene. Gleichzeitig versinnbildlichen sie aber auch den Einfluss des Menschen auf diesen Planeten. Aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel heraus – oft aus mehr als 1000 Meter Höhe – schärfen sie das Bewusstsein für den Klimawandel sowie für eine vernachlässigte, von Ausbeutung und Zerstörung gezeichnete Umwelt.