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Aus der Geschichte Lernen, Worauf es in Zukunft ankommt.

Niemand kennt die Zukunft. Alles, was uns für Testzwecke zur Verfügung steht, ist die Vergangenheit.

In unserer langen, beruflichen Laufbahn mussten wir immer wieder feststellen, dass Backtest nicht gleich Backtest ist. Häufig vermissten wir die notwendige Sorgfalt. Bei näherer Betrachtung fanden sich Unterschiede im Vergleich zu den Ergebnissen, die wir mit unserer Methodik ermittelten. Die folgenden Anmerkungen geben einen kleinen Überblick über das, worauf es beim Backtest ankommt.

Worauf es beim Backtest ankommt

Datenqualität

Historische Daten von einwandfreier Qualität sind eine Herausforderung. Zur Sicherung der Qualität machen wir Stichproben und vergleichen historische Zeitreihen von mehreren Datenanbietern miteinander. Prinzipiell verwenden wir ausschließlich Daten von Anbietern, die wir für professionell und vertrauenswürdig halten. Dazu zählen Unternehmen wie Bloomberg, Refinitiv und Siblis Research.

Limit Order

Kauf- und Verkaufsaufträge werden als Limit-Auftrag erstellt. Bei entsprechender Liquidität eines Marktes wird damit der Slippage auf ein Minimum reduziert.

Reinvestitionen

Um mit einem Kursindex wie beispielsweise dem S&P 500 vergleichbar zu sein, werden Ausschüttungen wie z.B. Dividenden nicht berücksichtigt. Gewinne der Anlagestrategie werden reinvestiert.

Survivorship Bias

Eine wesentliche Voraussetzung für einen realitätsnahen Backtest ist die Eliminierung des so genannten Survivorship Bias. In allen Aktienstrategien sind sämtliche Änderungen der Indexzusammensetzung selbstverständlich genauestens berücksichtigt worden. Der Backtest entspricht zu jedem Zeitpunkt der (früheren) Zusammensetzung des jeweiligen Index bzw. der jeweiligen Benchmark.

Transaktionskosten

Bei allen Backtests werden praxisnahe Transaktionskosten berücksichtigt. Diese sind relativ hoch, d.h. über den Börsengebühren angesetzt und bieten dementsprechend einen ausreichenden Puffer. Anmerkung: Beim Xetra-Handel der Deutschen Börse beispielsweise liegen die Transaktionskosten – je nach Handelsvolumen – zwischen 0,36 und 0,90 Basispunkten (Stand01.01.2020). 100 Basispunkte entsprechen 1%.

Zinserträge

Im Gegensatz zu einem Index sind Anlagestrategien nicht immer zu 100% investiert. Das nicht-investierte Kapital wird nicht verzinst. Dies mag in der aktuellen, quasi zinslosten Zeit keine Rolle spielen, hätte aber positive Auswirkungen im Backtest der zurückliegenden Jahrzehnte. Bei der Berechnung der Performance verzichten wir auf diesen Zusatzertrag.

Keine Emotionen

Ein Großteil der Marktteilnehmer verhält sich bei der Anlageentscheidung nur eingeschränkt rational und erzielt dadurch nur unterdurchschnittliche Resultate. Das belegen zahlreiche Studien zur Verhaltensökonomie. Deshalb entwickeln wir Anlagestrategien mit der Gewissheit, dass systematisches Entscheiden und ein regelbasiertes Risikomanagement unabdingbar sind für eine kontinuierliche Entwicklung der Erträge. Wir leisten damit unseren Beitrag zur Stabilisierung Ihres Gesamtportfolios.